Orangerie in Schönbrunn
Die Schönbrunner Orangerie ist zweifellos ein Muss in den herrlichen Gärten des Schlosses. Hier erfahren Sie mehr über ihre Geschichte, wie man dorthin gelangt und wie Sie Ihren Besuch optimal nutzen können.
Was ist die Orangerie in Schönbrunn?
Die Orangerie Schönbrunn ist im Wesentlichen ein Bauwerk, das dazu dient, empfindliche Zitrusfrüchte und exotische Pflanzen während der kalten Wiener Winter zu beherbergen und zu schützen. Kurz gesagt, man könnte sie als ein Refugium aus Glas und Stein beschreiben, in dem Orangenbäume überleben und – was noch wichtiger war – weiterhin Früchte für die kaiserliche Tafel tragen konnten.
Und wo befindet sich dieses Wunderwerk? Sie ist Teil des weitläufigen und majestätischen Schloss Schönbrunn Komplexes in Wien, gelegen im westlichen Teil der österreichischen Hauptstadt. Es handelt sich um eines der längsten Bauwerke seiner Art weltweit, mit einer Fassade, die Sie wahrlich beeindrucken wird.
Nun zu einer entscheidenden Frage: Ist der Eintritt frei? Sie sollten wissen, dass das Gebäude der Orangerie selbst als Teil vom Schloss ein spezielles Ticket für den Besuch während des Tages erfordert. Allerdings ist sie nicht immer für touristische Besichtigungen geöffnet, da sie heute hauptsächlich als Konzert- und Veranstaltungssaal genutzt wird.
Die gute Nachricht ist, dass der große umliegende Garten kostenlos und in den meisten Bereichen frei zugänglich ist. So haben Sie die Möglichkeit, dieses historische Denkmal von außen zu bewundern und die Umgebung ohne Kosten zu genießen. Wenn Sie jedoch hineingehen möchten, insbesondere um ein Konzert zu besuchen, müssen Sie ein Ticket erwerben.
Geschichte der Orangerie

Geschichte der Orangerie
Die Geschichte der Orangerie von Schönbrunn wurzelt in der barocken Tradition, exotische Pflanzen als Symbole für Reichtum und Status zu kultivieren. Das Gebäude, das zwischen 1754 und 1755 von Franz I. Stephan von Lothringen, dem Gemahl Maria Theresias, in Auftrag gegeben wurde, diente als wichtiges Wintergewächshaus für Zitrusbäume und Palmen, die gegenüber dem Wiener Klima empfindlich waren.
Der Kaiser, ein begeisterter Naturforscher, betrachtete das Projekt sowohl als wissenschaftliches Unterfangen als auch als praktische Notwendigkeit, um die botanische Pracht des Schlosses ganzjährig zu erhalten. Dieses Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert war unverzichtbar, um das „grüne Gold“ des Hofes zu bewahren, die Gärten unabhängig von der Jahreszeit spektakulär zu halten und den Ruf der Habsburgermonarchie für Luxus und wissenschaftliches Interesse zu festigen.
Kaiserlicher Ursprung und das musikalische Duell von 1786
Die Orangerie von Schloss Schönbrunn, errichtet während der Regierungszeit von Maria Theresia und Franz I. Stephan, wurde aufgrund ihrer Wärme und Helligkeit zu einem erstklassigen Veranstaltungsort für opulente kaiserliche Bankette. Ihr legendärster historischer Moment ereignete sich 1786: ein berühmtes musikalisches Duell, das von Kaiser Joseph II. für den russischen Adel organisiert wurde.
Dieser hochkarätige Wettbewerb stellte Wolfgang Amadeus Mozart gegen Antonio Salieri. Mozart präsentierte Der Schauspieldirektor, während Salieri Prima la musica, poi le parole aufführte. Während das moderne Publikum oft Mozart bevorzugt, sahen viele zeitgenössische Berichte zunächst Salieri als Sieger. Unabhängig vom Urteil festigte dieses direkte Duell zwischen zwei musikalischen Giganten den Ruf der Orangerie als erstklassiges Kulturzentrum – ein Vermächtnis, das den Ort bis heute prägt.
Niedergang der zeremoniellen Nutzung und heutige Verwendung
Im Laufe der Zeit änderte sich der Zweck der Orangerie. Während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, mit dem Ende der Monarchie und dem Wandel der Moden, nahm die zeremonielle Nutzung der Orangerie deutlich ab.
Von einem Ball- und Bankettsaal kehrte sie hauptsächlich zu ihrer ursprünglichen Funktion zurück: einer Überwinterungsstätte für Pflanzen, einem Depot für Obst und Gemüse oder schlicht einem allgemeinen Lagerraum für den Bedarf des Schlosses. Das Kaiserhaus nutzte sie nicht mehr so häufig für seine großen gesellschaftlichen Ereignisse.
Heute hat die Orangerie einen Teil ihres früheren Glanzes zurückgewonnen. Sie wurde restauriert und erfüllt zwar nach wie vor ihre ursprüngliche Aufgabe, Pflanzen im Winter zu schützen, hat sich jedoch gleichzeitig zu einem prestigeträchtigen Konzert- und Veranstaltungssaal entwickelt. Sie ist weltweit bekannt als Spielort der berühmten Schloss Schönbrunn Konzerte, bei denen Werke von Mozart und Strauss aufgeführt werden und so der musikalische Geist der Vergangenheit wiederbelebt wird. Wenn Sie diese Art von Musik schätzen, ist ein Besuch und die Teilnahme an einem der Konzerte eine einzigartige Gelegenheit, klassische Musik in einem unvergleichlichen historischen Ambiente zu erleben.
Wie gelangt man zur Orangerie?
Die Anreise zur Schönbrunner Orangerie ist recht unkompliziert, da Schloss Schönbrunn einer der am besten erreichbaren Orte Wiens ist. Dies sind die besten Optionen, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu gelangen:
- U-Bahn: Dies ist der bequemste und schnellste Weg. Nehmen Sie die Linie U4 (die grüne Linie) und steigen Sie an der Station Schönbrunn aus. Nach Verlassen der Station sind das Schloss und seine Gärten gut ausgeschildert. Von dort aus ist es nur ein kurzer Fußweg zum Haupteingang des Komplexes.
- Straßenbahn: Die Linien 10 und 60 halten ganz in der Nähe des Schlosses. Suchen Sie je nach Ausgangspunkt nach der Haltestelle Schönbrunn oder Hietzing. Wenn Sie die Haltestelle Hietzing wählen, steigen Sie in der Nähe des westlichen Garteneingangs aus, der oft weniger überlaufen ist und sich in unmittelbarer Nähe zum Tiergarten Schönbrunn sowie der Gloriette befindet, die Sie vielleicht im Anschluss besuchen möchten.
Sobald Sie sich auf dem Gelände von Schloss Schönbrunn in Wien befinden, ist die Orangerie nur einen kurzen Spaziergang entfernt im östlichen Teil der Gärten gelegen. Folgen Sie einfach der Beschilderung „Orangerie“ oder „Orangerie Schönbrunn“.
Es ist ein sehr angenehmer Weg, auf dem Sie einen Teil der Gartenanlagen und die umliegende Architektur genießen können. Wenn Sie speziell für ein Konzert anreisen, erfolgt der Einlass zur Orangerie oft über ein separates Tor in diesem Bereich. In diesem Fall können Sie das Personal vor Ort nach dem Weg fragen – aber keine Sorge, Sie werden sich nicht verlaufen!
Ist die Orangerie barrierefrei?

Ist die Orangerie barrierefrei?
Die Barrierefreiheit der Orangerie Schönbrunn variiert je nachdem, ob Sie diese tagsüber besuchen oder nachts an einer Veranstaltung teilnehmen:
- Tagsüber: Wie bereits erwähnt, ist der Zugang über den Garten möglich. Da es sich um ein historisches Gebäude handelt, ist der Zugang in der Regel gut ausgebaut und angepasst. Zudem ist das Gartenareal mit seinen breiten, flachen Wegen sehr gut zugänglich. Während einige Bereiche höher gelegen sind (wie der Hügel zur Gloriette), ist der Großteil der Anlage sowie der für den Besuch der Orangerie relevante Bereich bequem zu begehen.
- Nachts: Hier ist die Situation anders. Wenn Sie ein Konzert besuchen, beachten Sie bitte, dass der Einlass über einen speziellen Eingang erfolgt. Grundsätzlich ist der Zugang barrierefrei, bei besonderen Mobilitätsbedürfnissen empfehlen wir jedoch, den Konzertveranstalter (das Schloss Schönbrunn Orchester) vorab zu kontaktieren, um Details zu den genauen Zugangspunkten zu erfahren.
Foto: „Vienna-Schönbrunn, the orangery“ von Dguendel.
Wann finden die Konzerte in der Orangerie statt?
Wenn Sie die Idee reizt, ein Konzert an einem so geschichtsträchtigen Ort zu besuchen, sollten Sie wissen, dass diese Veranstaltungen fast jeden Abend im Jahr stattfinden. Wie bereits erwähnt, werden sie vom Schloss Schönbrunn Orchester ausgerichtet, dessen Ziel es ist, die musikalische Atmosphäre der Kaiserzeit durch die Aufführung von Meisterwerken der klassischen Musik wiederzubeleben.
Da diese Veranstaltungsreihe bei Touristen sehr beliebt und oft schnell ausverkauft ist, sollten Sie Ihre Tickets im Voraus buchen, um sich Ihren Platz zu sichern.
Bezüglich der typischen Abläufe gibt es meist zwei Varianten: Wenn Sie ein Ticket inklusive Abendessen erwerben, finden Sie sich gegen 18:30 Uhr in einem nahegelegenen Restaurant ein. Wenn Sie das Ticket ausschließlich für das Konzert kaufen, beginnt die Aufführung in der Regel um 20:30 Uhr. Das Konzert dauert etwa anderthalb Stunden inklusive einer Pause, sodass die Veranstaltung gegen 22:00 Uhr endet.
Zudem gibt es Sonderkonzerte, die als einzigartige Events oft in die Feiertage oder die Hochsaison fallen. Die bekanntesten sind zweifellos die Konzerte während der Advents- und Weihnachtszeit, die mit festlichem Repertoire und einer wahrhaft magischen Atmosphäre begeistern. Auch Sonderkonzerte zu Silvester und Neujahr stehen üblicherweise auf dem Programm. Diese besonderen Veranstaltungen können leicht abweichende Uhrzeiten haben und sind naturgemäß noch stärker nachgefragt. Daher empfehlen wir Ihnen, Tickets für diese Termine weit im Voraus zu kaufen.
Abgerundet werden die Konzerte in der Orangerie meist durch Opernsolisten und Balletttänzer, die einige der bekanntesten Werke von Mozart und Strauss interpretieren. Die Kulisse der historischen Orangerie von Schloss Schönbrunn mit ihrer barocken Pracht, den hohen Decken und dem herrschaftlichen Ambiente macht den Besuch zu einem Erlebnis, das sich wie eine Zeitreise in das kaiserliche Wien anfühlt.
Hauptfoto: „Orangery (Schönbrunn)“ von W.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Schloss Schönbrunn
Es gibt noch viel mehr, was Sie in der Nähe der Schönbrunner Orangerie erkunden können und sollten. Das Beste daran ist, dass die weitläufige Gartenanlage voller Pavillons, Brunnen und historischer Orte ist, die Sie besuchen können – viele davon bei freiem Eintritt, sodass Sie Ihre Zeit und Ihr Budget optimal nutzen können.
Hier finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Orte in der Nähe der Orangerie und des Schlosses Schönbrunn in Wien:

Die Gloriette
Die Gloriette ist ein beeindruckender Säulenbau auf dem Hügel hinter dem Schloss. Sie wurde 1775 erbaut und bietet einen spektakulären Panoramablick auf das Schloss und die Stadt. Zudem ist das Café im Inneren ein idealer Ort für eine Kaffeepause und zum Ausruhen.

Irrgarten & Labyrinth
In der Nähe des Haupteingangs gelegen, bietet der Irrgarten ein klassisches Heckenlabyrinth zum Verirren sowie einen Spielbereich mit verschiedenen Herausforderungen. Es ist eine unterhaltsame Aktivität für alle Altersgruppen, die Sie nicht verpassen sollten.

Palmenhaus
Dies ist eines der größten Glaspalmenhäuser der Welt und ein architektonisches Wunderwerk aus Schmiedeeisen. Es beherbergt eine unglaubliche Sammlung exotischer Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen. Obwohl der Eintritt kostenpflichtig ist, ist ein Besuch für Botanik-Liebhaber sehr empfehlenswert.

Kronprinzengarten
Dieser kleinere Garten direkt neben dem Schloss war der private Rückzugsort der kaiserlichen Familie. Er ist akribisch gepflegt, mit perfekt geschnittenen Hecken, und bietet eine Atmosphäre der Ruhe und Exklusivität. Ein perfekter Ort für einen Spaziergang.

Kindermuseum
Wenn Sie möchten, dass die Kleinen das kaiserliche Leben spielerisch kennenlernen, ist dieses Museum perfekt. Es befindet sich in einem Schlosstrakt und ermöglicht es Kindern, in historische Kostüme zu schlüpfen und zu erleben, wie der Alltag der Habsburger Kinder aussah.

Tiergarten Schönbrunn
Es ist der älteste Zoo der Welt, gegründet im Jahr 1752. Er befindet sich im Schlosspark Schönbrunn und verbindet moderne Gehege harmonisch mit historischen Pavillons. Er ist besonders berühmt für seine Großen Pandas – ein absolutes Muss!
